Fachkräftemangel sorgt für Unzufriedenheit

05.12.2019: Unternehmen beurteilen Wirtschaftsstandort überwiegend positiv. Neue Umfrageergebnisse vorgestellt. Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist für die heimischen Unternehmen ein großes Problem: 64 Prozent der Betriebe sind eher nicht bis gar nicht zufrieden.

Das Unternehmerfrühstück der Wirtschaftsförderung im Alten Casino stieß diesmal auf ein geringeres Interesse, als in den Vorjahren.

Insbesondere Mitarbeiter mit abgeschlossener Berufsausbildung und Auszubildende werden gesucht. Dies ist ein Ergebnis der Unternehmensbefragung 2019 der städtischen Wirtschaftsförderung. Nach der ersten Befragung 2016 hatte die Stadt im April heimische Unternehmen um eine erneute Bewertung des Wirtschaftsstandortes gebeten. Einige Ergebnisse stellte Bürgermeister Michael Heilmann jetzt beim Unternehmerfrühstück im Alten Casino vor.
Viele Unternehmen planen Erweiterungen

„Der Wirtschaftsstandort wird positiv betrachtet, wir sind gut aufgestellt“, sagte Michael Heilmann. Knapp 80 Prozent der Befragten sind mit ihrem Gewerbegebiet eher zufrieden, zufrieden oder sehr zufrieden. Positive Bewertungen gab es auch für Wohnraum, Kindergarten- und Schulangebot und den Service der Stadtverwaltung. Die Innenstadtattraktivität, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und die Breitbandentwicklung sind größte Kritikpunkte.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen ist eher nicht bis überhaupt nicht zufrieden mit der Innenstadtattraktivität. „Viele Verbesserungsvorschläge beziehen sich hier vor allem in die Richtung der Leerstandsbeseitigung und Ansiedlung von Gastronomie“, bilanziert die Stadt aus der Umfrage.

Ein Drittel der Befragten sieht keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten vor Ort, dabei handelt es sich überwiegend um produzierende Betriebe. Ebenfalls ein Drittel der Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe plant eine Erweiterung oder Verlagerung in den nächsten fünf Jahren. Der Bürgermeister verwies auf neue Gewerbeflächen durch die Flächenreduzierung der Kommunalen Erstaufnahmeeinrichtung und auf die geplante Erweiterung des Gewerbeparks Deilinghofen.

Die Versorgung mit schnellem Internet wird noch schlechter beurteilt als 2016. „Ein unzureichende Internetanbindung wird als größtes Hemmnis für Digitalisierungsvorhaben genannt“, heißt es in der Unternehmensbefragung. Dieses Thema hatte eigentlich im Mittelpunkt des Unternehmerfrühstücks stehen sollen, doch der Breitbandkoordinator des Märkischen Kreises war als Referent kurzfristig verhindert. So stellte Michael Heilmann die geplanten Förderprojekte kurz vor. Mit bis zu 50 Mbit seien derzeit 88 Prozent der Hemeraner versorgt. Die Stadt nutzt aktuell mehrere Förderprojekte, um Gewerbegebiete und Privathaushalte mit Glasfaseranschluss zu versorgen (wir berichteten).
Bürgermeister dankt beim Unternehmerfrühstück

Heilmann zeigte in seiner Rede auch wichtige Handlungsfelder in der Gesellschaft auf, so die Individualisierung, Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz und die Globalisierung. Er rief zu mehr Kommunikation und Kooperation auf und gab einen kurzen Überblick über die finanzielle Situation der Stadt. Der Haushalt profitiert vor allem von den hohen Gewerbesteuerzahlungen von 36 Millionen Euro in 2019, für die er sich bei den heimischen Unternehmern bedankte.

Durch den Ausfall des Gastreferenten blieb beim Unternehmerfrühstück mehr Zeit fürs Gespräch und für den Besuch des Eishockey-Museums „puck“. Rainer Tüttelmann informierte über die erfolgreichen ersten fünf Monate, in denen knapp 1500 Besucher gezählt werden konnten. „Wir staunen immer wieder, welche Bedeutung Eishockey in Deilinghofen hatte“, berichtete Tüttelmann nach Gesprächen mit Besuchern. Einige Zeitzeugen sollen jetzt interviewt werden, um ihre Erinnerungen für die Nachwelt zu erhalten.

Quelle: IKZ Ralf Engel