Eine Zukunft voller Hoffen und Bangen

28.10.2020: Bei der Jahreshauptversammlung der Wirtschaftsinitiative werden die Nöte vieler Betriebe gesehen. Wie sieht das Jahr 2021 aus? Kaum eine Frage beschäftigt die Wirtschaft mehr als diese.

Die Corona-Pandemie ist ein Desaster für viele Unternehmen. Während einige Betriebe fast normal weiter arbeiten können, gibt es Branchen, die richtig leiden und diese schwierige Phase vielleicht auch nicht überleben. Bei der Mitgliederversammlung der Wirtschaftsinitiative am Montagabend im Alten Casino gab sich der Vorsitzende Georg Verfuß hoffnungsvoll, dass im kommenden Jahr wieder Normalität einkehrt. Die SIHK hat eine Konjunkturumfrage gemacht, und die Unternehmer im Märkischen Kreis haben fast zur Hälfte angegeben, dass die Geschäftslage schlecht sei. Nur 15 Prozent gaben an, dass es ihrem Betrieb gut gehe. „Das ist extrem besorgniserregend, viele Geschäftsfelder sind weggebrochen“, so Georg Verfuß.

Im Corona-Jahr viele Veranstaltungen abgesagt

Blickt die Wirtschaftsinitiative auf das laufende Jahr zurück, ist die Erkenntnis ernüchternd. „Gemacht haben wir natürlich wenig, das war einfach nicht möglich“, sagt der Vorsitzende. So wurden unter anderem die Hemeraner Herbsttage abgesagt, und auch das 20-jährige Bestehen der Wirtschaftsinitiative wurde nicht gefeiert. „Ob es einen Weihnachtsmarkt gibt, das wissen wir noch nicht. Wenn ja, werden wir uns daran beteiligen“, so Verfuß weiter.

Im Hintergrund liefen aber doch einige Aktivitäten, die bald auch öffentlich zu sehen sind. Die Website erfährt aktuell einen Relaunch. Bunt und modern soll der neue Internetauftritt werden. Zudem ist die Idee entstanden, Kurzfilme über die Mitgliedsbetriebe zu erstellen, um Besonderheiten der Unternehmen vorzustellen und diese auch über YouTube oder Social Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram vorzustellen. Einen großen Teil der Kosten möchte die Wirtschaftsinitiative übernehmen. Das Konzept stehe noch nicht ganz, aber Georg Verfuß und seine Mitstreiter sehen die erste Umsetzung im ersten Quartal des nächsten Jahres.

Drei Sterne für zwei Regionale-Projekte

Zu Gast bei der Jahreshauptversammlung waren am Montag der künftige Bürgermeister Christian Schweitzer und Dr. Patrick Debbelt als Chefarzt der Hans-Prinzhorn-Klinik, die ein gemeinsames Thema haben, das sie aber mit komplett anderen Inhalten füllen. Beide haben die Regionale 2025 im Visier, aber mit verschiedenen Projekten. Die Stadt Hemer hat bisher zwei Regionale-Sterne erhalten, und die LWL-Klinik in Frönsberg hat immerhin schon einen Stern.

Das Projekt „Bücherei 4.0“ soll mit der Stadtbücherei einen attraktiven, nachhaltigen und weiterentwicklungsfähigen Anker in der Innenstadt setzen. Allen Menschen soll der Zugang zu Wissen und digitalen Medien ermöglicht und ein Qualitätssprung für die Region geschaffen werden. „Wir müssen sehen, dass Teile der Besucher nicht nur in den Sauerlandpark gehen, sondern auch unsere Innenstadt besuchen“, erklärt Christian Schweitzer und sagt, dass die Stadt noch viele Hürden nehmen müsse, um den dritten Stern zu bekommen. Unter anderem stünden Gespräche mit der Denkmalbehörde an, und es müssten europaweite Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden, so Schweitzer.

Eine Bücherei 4.0 mit Erlebnisfaktor

Der Charme des Alten müsse im sieben Millionen teuren Gesamtprojekt bewahrt werden. Das Innere der Bücherei solle modern daherkommen, aber besonders für Kinder auch einen Erlebnisfaktor haben. Gute Innenarchitekten sollen es richten. „Vielleicht kann man in den Themenräumen den Bezug zum Felsenmeer und zur Drahtindustrie aufnehmen“, so Christian Schweitzer, der sich auch ein Co-Working-Space in der Bücherei vorstellen kann.

Ebenfalls mit einem Regionale-Projekt beworben haben sich die LWL-Kliniken Hemer, Marsberg und Warstein/Lippstadt. Sie wollen die ambulante psychiatrische Versorgung in Südwestfalen durch Digitalisierung verbessern. So geht es Dr. Patrick Debbelt und seinen Kollegen darum, den Zugang zum Versorgungssystem zu optimieren. Überwindung weiter Wege, Erleichterung des Erstkontakts und auch die Überwindung von Vorbehalten gegenüber der Psychiatrie und der Psychotherapie sind unter anderem Ziele, die Dr. Debbelt beschreibt. Das Projekt ist auf dem Weg zum zweiten Stern. „Hoffentlich gibt es wenigstens für ein Projekt drei Sterne, am besten aber für beide“, so Georg Verfuß zuversichtlich.

Quelle: IKZ Carmen Ahlers
Fotos: Oliver Pohl www.opohl.de