Eine digitale Jobbörse per Internet-Videos und Chat

13.11.2020: Auch die Stadtverwaltung beteiligt sich an der ersten digitalen Ausbildungsmesse. Bis zu 120 Teilnehmer live dabei. Ein eingelagerter Messestand ist schnell aufgebaut, eine neue digitale Präsentation mit allen technischen Voraussetzungen zu erstellen, bedeutet dagegen einen deutlichen Mehraufwand.

Auch die Stadt Hemer beteiligte sich an der digitalen Ausbildungsmesse. Bürgermeister Christian Schweitzer dankte Marlon Schult, Sina Röhring und Sophia Schlepp für den Live-Talk.

Für die erste digitale Ausbildungsmesse im Märkischen Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis und der Stadt Hagen nahmen auch Hemeraner Unternehmen diesen Aufwand in Kauf, aber deutlich weniger als bei der klassischen Ausbildungsbörse „Karriere im MK“.

Direkte Kommunikation mit den Jugendlichen

Coronabedingt sind in diesem Jahr sämtliche Ausbildungsmessen in der Märkischen Region ausgefallen. Damit Unternehmen und Jugendliche trotz Corona persönlich miteinander ins Gespräch kommen können, hatten sich 25 Partner und Institutionen zusammengeschlossen, um die erste digitale Ausbildungsmesse für die Region auszurichten. Um kontaktlos, aber direkt mit Jugendlichen zu kommunizieren und auch in diesem Jahr Nachwuchs zu finden, konnten sich Unternehmen am Donnerstag in Live-Vorträgen präsentieren. Aus Hemer nutzten die Firmen Verfuß, Lang und Menke, Sarstedt, die Prosoft GmbH und die Stadt Hemer diese Vortragsmöglichkeit. Dabei stellten vor allem Auszubildende im Live-Video und mit Filmeinspielungen ihre Arbeit vor. Über einen Chat konnten die Schüler Fragen stellen, die dann direkt beantwortet wurden. Rund 800 Teilnehmer waren am Vormittag im gesamten Chat aktiv. Die Jugendlichen konnten außerdem in 1:1-Videochats mit den Ausbildungsverantwortlichen direkt ins Gespräch kommen. Ergänzt wurde das Angebot durch Beratungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit und ausbildungsbegleitender Projekte.

Viele Vorbereitungen hatte auch die Stadt Hemer für die Live-Präsentation leisten müssen. „Es war deutlich mehr Aufwand als bei einer normalen Messe“, sagt Ausbildungsleiterin Sina Röhring. Sie saß am Vormittag mit Sophia Schlepp (Duales Studium Bachelor of Laws) und Marlon Schult (Bachelor of Arts, Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre) im kleinen Fernsehstudio, um in einer Talkrunde die Berufe der Stadt vorzustellen. Bis zu 120 Teilnehmer waren via Internet dabei. In einer zweiten Talkrunde am Nachmittag ging es dann um die Ausbildung bei der Feuerwehr und als Erzieherin. „Sie haben viel Arbeit und Herzblut in die Ausbildungsmesse gesteckt, das ist nicht selbstverständlich“, dankte Bürgermeister Christian Schweitzer. In der digitalen Messe sah er auch den Vorteil, dass Schüler in den digitalen Medien und somit in ihrer Alltagswelt direkt abgeholt würden und so die Hemmschwelle vielleicht niedriger sei.

Anmeldungen aus drei Hemeraner Schulen

Ob sich das bestätigt hat, muss die spätere Auswertung zeigen. Teilweise gab es technische Probleme beim Einspielen von Videos, teilweise Übertragungsprobleme bei Bild oder Ton. Die Agentur Mark als Organisator rechnete mit rund 5000 teilnehmenden Schülern. Aus Hemer waren das Woeste-Gymnasium, die Wilhelm-Busch-Schule und die Realschule gemeldet, wobei aber wegen noch fehlender technischer Voraussetzungen nicht alle teilgenommen haben. „Die Idee wurde aus Corona geboren, aber kann auch noch nach Corona eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein“, sagte Bürgermeister Christian Schweitzer.

Quelle IKZ Ralf Engel