Arbeitswege führen auch zu Corona-Hotspots

22.10.2020: Die meisten Pendler kommen laut der Statistik von IT.NRW aber aus den Nachbarstädten Iserlohn und Menden. Vor allem morgens und gegen 16 Uhr ist auf der Mendener Straße besonders viel los. Ein Grund dafür sind die täglichen Pendlerströme zur Felsenmeerstadt hin und wieder heraus.

Laut einer Statistik des Landesamtes IT.NRW haben im vergangenen Jahr 10.912 Hemeraner außerhalb der Felsenmeerstadt gearbeitet. Weiterhin nennt die Statistik 9498 Personen, die in Hemer arbeiten, aber in einer anderen Stadt wohnen. In Zeiten der Corona-Krise lohnt sich der Blick auch auf die Infektionsrate der Arbeits- und Wohnorte.

7134 Hemeraner bleiben zum Arbeiten in ihrer Heimatstadt

Aus 154 Städten und Kommunen kommen laut der Statistik die Einpendler nach Hemer, während die Hemeraner ihre Arbeitsplätze in 132 Städten und Kommunen außerhalb ihres Wohnortes besuchen. Nicht in der Statistik aufgeführt ist aber, ob die Pendler tatsächlich jeden Tag zu ihrem Arbeitsort fahren – ob per Bus, Fahrrad oder Auto.

Es ist also auch möglich, dass die aufgeführten Arbeitnehmer im Home-Office arbeiten oder andere, ähnliche Möglichkeiten nutzen. „Wir haben die Daten von der Arbeitsagentur. Aufgeführt sind darin die Adressen der Arbeitgeber oder deren Niederlassungen“, erklärt Claudia Key, Pressesprecherin des Statistischen Landesamtes IT.NRW. Die meisten Hemeraner arbeiten entweder in ihrer Heimatstadt oder in Arbeitsstätten der näheren Umgebung. Für 2019 zählt IT.NRW 7134 innergemeindliche Pendler. Die größten Pendlerströme führen in die Nachbarstädte Iserlohn (4922) und Menden (1086) – und ebenfalls dahin zurück. 3301 Iserlohner haben ihren Arbeitsplatz in Hemer, das gleiche gilt für 2038 Mendener Pendler. Der Weg kann aber auch mal über die Kreisgrenzen hinweg gehen.

Vor allem Hagen und Dortmund werden gerne angefahren. Nach Hagen führt der Arbeitsweg von 937 Hemeranern, während 529 Hagener in Hemer arbeiten. Den täglichen Weg nach Dortmund dürften 442 Hemeraner auf sich nehmen, von Dortmund aus nach Hemer kommen laut der Statistik 331 Dortmunder. Problematisch daran ist in diesen Zeiten, dass sowohl Hagen als auch Dortmund als sogenannte „Corona-Hotspots“ mit mehr als 50 Infektionen pro Woche gelten. Laut dem Landeszentrum Gesundheit NRW liegt der Wocheninzidenzwert in Hagen bei 70,5, in Dortmund bei 73,1.

Arbeitsplatz ist bis zu 79 Kilometer Luftlinie entfernt

Auch zwischen Hemer und Schwerte sowie zwischen Hemer und Unna besteht der Pendlerverkehr. 144 Personen kommen laut der Statistik täglich aus Schwerte, 86 täglich aus Unna. Im Kreis Unna liegt der Inzidenzwert bei 90,4 Infektionen pro Woche. Allerdings hat das Landeszentrums Gesundheit bei 35 der 52 Kreise und kreisfreien Städte einen Inzidenzwert von über 50 festgestellt. (Stand: 21. Oktober).

In Solingen (137,5), Herne (133,6) und Gelsenkirchen (113,2) sind die Inzidenzwerte am höchsten in NRW. Zwischen allen drei Städten und Hemer gibt es einen Pendlerverkehr. Zwölf Hemeraner arbeiten laut IT.NRW in Solingen, neun in Herne und 49 in Gelsenkirchen. Währenddessen fahren sieben Solinger, 28 Herner und 83 Gelsenkirchener laut der Statistik regelmäßig nach Hemer.

Bis zu 79 Kilometer Luftlinie sind die verschiedenen Arbeitsorte von Hemer entfernt. Im hessischen Dautphetal in 79,7 Kilometer Entfernung arbeitet zum Beispiel ein Hemeraner. 16 Hemeraner arbeiten in Duisburg, was 73 Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Auch für ihren Arbeitsplatz in Hemer legen einige Auswärtige einen langen Weg zurück.

Ein Arbeitnehmer kommt aus dem 79 Kilometer Luftlinie entfernten Versmold im Kreis Gütersloh. Auch aus dem 78,8 Kilometer Luftlinie entfernten Paderborn kommen 25 Arbeitnehmer nach Hemer.

Quelle: IKZ Hendrik Schulze Zumhülsen