Der Iraker Layth Alsamaree arbeitet als Fachkraft für Metalltechnik bei der Firma Künne. 2017 ist er nach Deutschland gekommen.

Das Wohlwollen kam von allen Seiten

Der Geflüchtete Layth Alsamaree hat seine Ausbildung bei WI Mitglied Künne abgeschlossen. Firma hat bei Integration geholfen. Ohne abgeschlossene Schulbildung und nur mit wenig Berufserfahrung ist der Iraker Layth Alsamaree vor vier Jahren nach Deutschland gekommen. Heute sehen seine Aussichten besser aus. Er hat seine Ausbildung als Drahtzieher bei der Firma Künne abgeschlossen und wurde übernommen. Im Betrieb fühlt sich der 25-Jährige wohl. „Ich bleibe sowieso hier“, lobt er seine Ausbildungsstelle und blickt auf sein Leben in Hemer.
„Er hat Ziele vor Augen und er schafft das, wenn er das will“, beschreibt Monica Bussi-Holtmann vom Jobcenter des Märkischen Kreises den Geflüchteten. Layth Alsamaree hat eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung absolviert. Das ist eine vom Jobcenter unterstützte Ausbildung, die den Auszubildenden mit Nachhilfe, Prüfungsvorbereitung, vermittelnden Gesprächen oder auch bei Alltagsproblemen weiterhilft. Das Jobcenter arbeitet dabei mit einem Bildungsträger zusammen, in diesem Fall das Bildungszentrum des Handels (bzh).

Die Firma sorgt dafür, dass der Iraker in Hemer ankommt
„Es gab Wohlwollen von allen Seiten“, sagt Monica Bussi-Holtmann. Geholfen hat ihm schließlich auch der Betrieb und Ausbilder Mehmet Simsek, der auch Produktionsleiter bei Künne ist. „Hier ist sowieso Multikulti. Hier ist jeder willkommen, egal welche Religion oder Nationalität“, erklärt Simsek.
2017 kommt Layth Alsamaree nach Deutschland. In seiner Heimat Irak wütet der Krieg. Bis zur sechsten Klasse macht er seine Schulbildung, er arbeitet bei Gelegenheitsjobs, auf Baustellen. Keine gute Perspektive für den Iraker. Als er nach Deutschland kommt, geht er mit der Einstellung dahin: „Man kann nicht einfach in Deutschland leben. Man muss arbeiten und etwas aus sich machen“, sagt Layth Alsamaree.
Zuerst besucht er Deutsch- und Integrationskurse, findet jedoch nur kurze Beschäftigungen und keinen Ausbildungsplatz. „Die Sprachbarriere war zu hoch“, erläutert er. Nach zwei Jahren in Iserlohn fängt er bei Künne in Hemer an. Am Anfang standen ihm immer noch die Sprachprobleme im Weg. Jedoch wird sein Deutsch immer besser.
Die Firma sorgt dafür, dass er ankommt. Bei der Suche einer Wohnung in Hemer greift der Betrieb ihm unter die Arme, so dass er bald fündig wird. Layth Alsamaree unternimmt auch etwas mit seinen Arbeitskollegen bei Künne.
In seiner Ausbildung strengt sich der Iraker an, übersetzt Prüfungsbögen vom Deutschen ins Arabische, damit er die Fragen und Aufgaben besser versteht. „Das war schon eine große Aufgabe“, beschreibt es Silke Stübling, Lehrgangskoordinatorin beim Bildungszentrum bzh.


Nach Probezeit könnte die unbefristete Stelle folgen
„Zum Schluss hat es gepasst“, sagt Produktionsleiter Mehmet Simsek. Layth Alsamaree habe seine Prüfung „mit Bravour“ bestanden, besser als einige seiner Kollegen. „Er kann besser Deutsch als manche hier“, sagt Simsek. Den Geflüchteten sieht er als gutes Beispiel für die Integration.
Auch mit der Hilfe eines Netzwerks habe er es geschafft. Nach seiner Ausbildung wurde Layth Alsamaree übernommen. Jetzt folgt eine Probezeit von sechs Monaten und dann die Entfristung. „Das ist normal bei uns. Man muss sich bewähren“, sagt Simsek. Wenn keine Krise dazwischenkommt, dürfte es aber eigentlich passen, wie es der Ausbilder einschätzt.
Layth Alsamaree ist nicht der erste Flüchtling, der im Betrieb arbeitet, aber der erste, der eine Ausbildung bei Künne in Hemer absolviert hat. Rund 400 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen, am Standort Hemer sind es 80.

Quelle: IKZ Hendrik Schulze Zumhülsen

Der Iraker Layth Alsamaree arbeitet als Fachkraft für Metalltechnik bei der Firma Künne. 2017 ist er nach Deutschland gekommen.