Viel Lob, aber auch kritische Töne

12.12.2018: Rat hat den Haushalt 2019 einstimmig verabschiedet. In die Haushaltsreden mischt sich auch die Sorgen um die Zukunft. Vier Ehrennadeln verliehen. In über zweieinhalb Stunden hat der Rat im öffentlichen Teil seiner letzten Sitzung dieses Jahres noch einmal 30 Tagesordnungspunkte abgearbeitet.

Bürgermeister Heilmann hat die Ehrennadeln an Werner Fingerhut, Wolfgang Weinelt und Ingo Olaf Schumacher (v.li.) verliehen.

Während die meisten – in den Ausschüssen gründlich vorberaten – kurz und fast immer einstimmig erledigt wurden, nahm die am Ende einstimmige Verabschiedung des Haushaltes sowie des Stellenplans für 2019 die großem Abstand meiste Zeit in Anspruch. Traditionell nutzen die Fraktionsvorsitzenden die Haushaltsverabschiedung zur politischen Bestandsaufnahme, zogen Bilanz des vergangen Jahres und wagten einen Blick in die Zukunft.


Dabei bescheinigten Martin Gropengießer (CDU), Hans-Peter Klein (SPD), Knut Kumpmann (UWG), Antje Bötcher von Larcher (GAH) und Arne Hermann Stopsack (FDP) der Verwaltung nochmals, einen soliden und ausgewogen Haushaltsentwurf vorgelegt zu haben. Die Beratungen seien deshalb konstruktiv, zügig und ohne größere Auseinandersetzungen verlaufen, so der allgemeine Tenor. In all das Lob hatten vor allem Gropengießer, Klein und Stopsack auch ein paar kritische Anmerkungen an die Adresse Michael Heilmanns eingebettet. Gropengießer rügte vor allem dessen Agieren und mangelndes Bemühen um die Erhaltung des Teilstandortes Hemer der Brabeckschule, dessen Verlust auch die übrigen Vorsitzenden beklagten. Ein Schwerpunkt aller Reden war die gemeinsame Sorge um die städtischen Finanzen für den Fall, dass sich in den kommenden Jahren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern und die Zinsbelastungen für die städtischen Schulden steigen und die Gewerbesteuereinnahmen konjunkturell sinken. Da sei rechtzeitiges Gegensteuern notwendig. Besonders Knut Kumpmann mahnte zu Sparsamkeit und Maß halten auch bei den Investitionen. Arne Hermann Stopsack beschwor ein neues zentrales Gemeinschaftsprojekt wie seinerzeit die Landesgartenschau und brachte in diesem Zusammenhang die Überplanung und Neugestaltung der Innenstadt zwischen Bücherei und Türmchenvilla im Rahmen eines Projektes für die Regionale 2025 ins Spiel. Antje Bötcher von Larcher schließlich hinterfragte den nicht gewachsenen Stellenplan. Die Folge sei, dass viele Mitarbeiter der Verwaltung bis an die Grenze belastet seien.


Die Würdigung vielfältigen ehrenamtlichen Engagements
Anhaltenden Beifall hatte der Rat zu Beginn der Sitzung jenen vier Männern gespendet, denen in diesem Jahr die Ehrennadel der Stadt Hemer verliehen wird: Ingo Olaf Schumacher, Werner Fingerhut, Peter Klagges und Wolfgang Weinelt wurden jeweils für ihr vorbildliches und herausragendes Engagement für die Allgemeinheit ausgezeichnet.
Die ehrenamtliche Arbeit sei einfester Bestandteil des Lebens von Ingo Olaf Schumacher, sagte Bürgermeister Michael Heilmann. Zuletzt hat Schumacher zehn Jahre lang die Sprechstunde für Erwerbslose angeboten und dabei 574 Ratsuchende betreut, wobei er sich durch ein hohes Maß an Geduld und Empathie für jeden Einzelnen auszeichnete, so Heilmann.


Die Arbeit auf drei Feldern hat Werner Fingerhut die Ehrennadel eingebracht. Zum einen ist es die Feuerwehr, der Fingerhut von 1978 bis 2013 einen großen Teil seiner Freizeit gewidmet hat – unter anderem als Löschgruppenführer in Frönsberg, stellvertretender Zugführer des Löschzugs Süd und von 2002 bis 2013 als stellvertretender Leiter der Feuerwehr Hemer. Ebenso nah am Herzen lagen und liegen aber auch die Frönsberger Bürgerschützen und die ganze Dorfgemeinschaft Frönsberg.
Ein breites Spektrum ehrenamtlicher Arbeit hat Heilmann auch Wolfgang Weinelt bescheinigt. Seit über zwei Jahrzehnten engagiert er sich in der St. Bonifatius-Gemeinde, vor allem im Kirchenvorstand, aber auch im Pastoralverbund. Auch für die Wispa-Verein ist Weinelt ein verlässlicher Aktivposten, und gleiches gilt auch für den Sauerlandpark, für den er bei vielen Veranstaltungen als Helfer zur Stelle ist. Der erst 42-Jährige sei zudem auch ein Vorbild für die jüngeren Generationen.


Peter Klagges wird die Ehrennadel nachgereicht
Leider konnte Peter Klagges wegen anderer Verpflichtungen gestern seine Ehrennadel nicht persönlich in Empfang nehmen. Sie wird im in Kürze vom Bürgermeister nachgereicht. Peter Klagges hat der Stadt Hemer einen unschätzbaren Dienst erwiesen, indem er sich an der Erforschung und Aufarbeitung der Stadtgeschichte, insbesondere von 1918 bis 1945 intensiv beteiligte. Er wirkte an Buchprojekten mit, lieferte Textbeitrage, sichtete Quellen und Dokumente. Auch Konzeption, Gestaltung und Umsetzung der Stalag-Gedenkstätte tragen unter anderem die Handschrift von Peter Klagges. „Ein Anliegen war es ihm immer, diese Themen auch jungen Menschen zu vermitteln“, lobte der Bürgermeister.

Quelle IKZ Reinhard Köster